Christian Müller / Geschäftsführer - Regenbogenkombinat Cottbus
Nun, warum ist der internationale Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit, kurz IDAHOBIT, so wichtig?
Am 17. Mai 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Homosexualität aus ihrer Liste der psychischen Krankheiten gestrichen. Wer schwul war, galt also als psychisch krank und mit dem Entfernen aus der Liste sind homosexuelle Menschen ein Stück weit freier geworden.
Wichtig ist, heute daran zu erinnern und genauer hinzuschauen. Denn queere Menschen werden aktuell weltweit und auch in Südbrandenburg leider noch immer angegriffen, ausgegrenzt und mitunter müssen sie um ihr Leben fürchten.
Diskriminierung im Alltag, also auf Arbeit in der Schule, über Nachbarschaften hinweg in Dörfern und auch in Vereinen, ist immer noch an der Tagesordnung. Das heißt, wir haben es als Gesellschaft noch immer nicht geschafft, queere Menschen gleichberechtigt zu behandeln.
Wer diskriminiert wird, wer ausgegrenzt wird, hat damit zu kämpfen und findet auch den jeweiligen Umgang damit. Das heißt, queere Menschen gehen immer stärker in die Unsichtbarkeit. Sie vermeiden es, öffentlich sichtbar zu sein aus Angst vor Anfeindungen und Diskriminierung.
Und wenn wir Artikel eins des Grundgesetzes ernst nehmen wollen "Die Würde des Menschen ist unantastbar", dann sollten wir genauer hinschauen. Dann sollten wir uns darum kümmern, dass Opfer von Queerfeindlichkeit begleitet werden, beschützt werden und vor allen Dingen, dass diejenigen, die Täter sind, zur Rechenschaft gezogen werden.
Insofern ist der 17.5. ein wichtiger Tag, um wachsam zu sein, um wach zu sein und sensibel zu sein für die Anliegen queerer Menschen.

