Foto: Regenbogenkombinat Cottbus

Im Regenbogenkombinat Cottbus trafen sich am 26. März 2026 die Mitglieder des Bündnisses der Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Spree-Neiße. Das Netzwerk informierte sich über die Lebenslagen queerer Menschen und hatte sich Lars Bergmann, Fachstelle geschlechtliche und sexuelle Vielfalt vom Landesverband AndersARTiG e.V., eingeladen.

Seit 2024 wird der Träger anteilig durch die Partnerschaft für Demokratie Spree-Neiße zur Bekämpfung von Queerfeindlichkeit mit Schwerpunkt auf die Förderregion Spree-Neiße gefördert. Neben dem Monitoring zu Querfeindlichkeit, erfolgt Beratung, Ehrenamts- und Fachkräftefortbildung, sowie Strategieentwicklung in Bezug auf Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen.

Neben einem kurzen Impulsvortrag zu begrifflichen Grundlagen, gab Lars einen Überblick zur Lage in der Förderregion der Partnerschaft für Demokratie. Speziell wurde auf den Landkreis Spree-Neiße und auch auf Cottbus geblickt. Wie werden Fälle bekannt? Menschen nutzen den Diskriminierungsmelder oder Beratungsstellen des Regenbogenkombinat Potsdam und Cottbus. Ermittelt wird über die Zahlen der Polizei (PMK-Statistik), andere zivilgesellschaftliche Meldestellen und Akteur:innen (z.B. Opferperspektive, CSD Cottbus e.V.) und auch durch eigene Recherche der Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt.

In der Diskussion zu den Zahlen wurde auch über eine erhebliche Dunkelziffer gesprochen. Nicht einmal 10% der gemeldeten Übergriffe wurden zur Anzeige bei der Polizei gebracht. Es kamen Fragen von den Teilnehmenden zu Herkunft und Alter der Opfer, sowie zum Fallgeschehen. Die Interessierten sprachen auch über Maßnahmen und über das Thema Anzeigeverhalten. Es sind vor allem rechte und rechtsextreme Tathintergründe, die bei queerfeindlichen Straftaten eine Rolle spielen.

Die Fachstelle registrierte 589 Fälle insgesamt im Land Brandenburg im Jahr 2025. Betroffen waren 753 Personen. Durchschnittlich ereignen sich pro Woche 11,2 queerfeindlich motivierte Fälle. In Spree-Neiße ereigneten sich 70 und in Cottbus 53 Fälle. In erster Linie werden queerfeindliche Diskriminierungen aus dem digitalen Raum, Schule, sowie dem Wohnumfeld und im öffentlichen Raum bekannt.